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Willkommen! Dies ist Romys Blog über ihre Erlebnisse in Rapallo und Umgebung. Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast.



Donnerstag, 11. November 2010

Europa

Ich habe meine postanniversale Stimmungskrise überwunden und kann mich wieder voll und ganz auf meine Erlebnisse konzentrieren. Sonntag ist unser „Schulausflug“ mal wieder dem Regen unterlegen gewesen, dafür waren wir aber in „Little America“ Bowling spielen. Das Einkaufszentrum heißt eigentlich Fiumara, lässt einen aber nicht unbedingt wie in Italien vorkommen, deswegen Amerika. Hat auch wirklich Spaß gemacht, vor allem, weil wir nur fünf waren, die mitgekommen sind und deswegen man ruhiger spielen konnte. Ach und Freitag haben wir es mal wieder geschafft, einen Film zu gucken bei Eva zu Hause.

Das Kochen bei Bettina müssen wir leider verschieben, weil ihr Freund, Francesco, krank geworden ist und es ihm wirklich dreckig geht, aber wir holen es auf jeden Fall nach, morgen gehen wir dann auswärts Pizza essen.

Donnerstag früh kam eine neue Person in unseren Kurs, ein Junge, wir bekamen alle große Augen, einfach nur, weil es eine seltene Erscheinung in dieser frauenüberfüllten Schule ist. Philipp ist auch Aupair und kommt aus der Nähe Bielefeld, studiert in Bochum und wird bald nach seinem Aufenthalt nach Düsseldorf ziehen, um dort zu arbeiten. Manchmal scheint es mir, als ob halb NRW sich 2010 gesagt hätte, „wir gehen jetzt nach Genua!“. Es ist wirklich krass, dass wir fast alle aus derselben Ecke kommen, z.B. heute, am 11.11. konnte ich ohne Umschweife mit Katharina über Karneval reden (Lauras Kommentar auf meine Info, die Saison beginne heute: Soooo FRÜH schon????), während wir in Ruhe über die Via XX Settembre in Genua gingen. Auch wenn ich natürlich nicht ganz so informiert bin über den Kölschen Karneval.
Und noch eine Neue gibt es in der Stadt, die Katharina, Eva und ich heute zum caffè getroffen haben: Mélanie aus Lyon, Frankreich. Macht jetzt Aupair in Genua bei einer Familie mit ihrem einzigen 10-jährigen Sohn. Wobei der Mann im Haus „nur“ der Freund der Mutter ist und nicht ihr Mann. Sie, also die Gastmutter von Mélanie, kommt aus Polen und kocht fast nur polnische Küche, anstatt Italienische. Mélanie hat auch schon ein neues Wort gelernt: musztarda. (Senf) Ich habe mich daraufhin natürlich sofort angeboten, mal zum Essen vorbeizukommen, so eine Gelegenheit kann ich mir ja nicht entgehen lassen. Polnische Küche im Herzen Genuas!!! Zudem habe ich sogar ein paar französische Wörter von ihr verstanden, wenn es mit dem Italienisch mal gehängt hat. Aber sie spricht wirklich klasse Italienisch, in Englisch sei sie nicht so gut, wie auch, sie kommt ja aus Frankreich^^ Nein, aber auf Italienisch kann man sich super fließend mit ihr unterhalten und sie schien uns ziemlich nett und lustig, und für mich bot sich die Gelegenheit, mein Französisch ein wenig aufzubessern.
Dieser Italienaufenthalt verändetrt sich immer mehr in ein Rundumauffrischkurs für alle Sprachen, die ich je gelernt hab (Polnisch, Englisch, Französisch, Spanisch), oder immer schon mal lernen wollte (Niederländisch, Norwegisch). Ich hoffe nur, den Leuten fällt nicht zu sehr das gierige Glitzern in meinen Augen auf, wenn ich sie sehe. Samstag versuche ich auch, mit mit Paula zu treffen, weil es mich richtig wahnsinnig macht, dass mein Polnisch auf einmal flöten geht, nur weil mein Kopf das nicht hinbekommt.

Die aktuellste Nachricht ist auch, dass ich mich doch dazu entschieden habe, Weihnachten nach Hause zu kommen. Eva, Katharina, Melanie (die Deutsche) und Bettina sind sehr stolz auf mich, dass ich mich doch zu dieser Entscheidung durchgerungen habe und freuen sich für mich. Und ich muss zugeben, dass, seit ich es laut ausgesprochen habe, auch mehr im Gleichgewicht mit mir selbst fühle und alles nicht mehr ganz so dunkel sehe. Mein geplanter „Urlaub“ hätte einfach nicht die vollen zwei Wochen gefüllt und hätte mich zu viel Geld gekostet, so sehr ich auch versucht hätte, preiswerter Unterkünfte zu finden. Außerdem ist mir eingefallen, und meine Mutter hat mich mehr als deutlich darin bestätigt, dass es vielleicht nicht so schlau ist, im Dezember/Januar Städtereisen zu machen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass es regnerisch, kalt und uselig ist, nicht ganz so klein ist. Zu Hause werde ich mich in eine warme Decke hüllen, Tee trinken und mich einfach entspannen. Ich hoffe nur, dass der Schock nicht allzu groß sein wird, wenn ich dann wieder zurückkomme, aber man überlebt glaub ich vieles. Und außerdem hat, wenn ich dann zuürckbin, das neue Jahr begonnen und ich sehe meiner vollen Rückkehr schon fast ins Angesicht.

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