Schon wieder zwei Wochenenden vorüber. Es pendelt sich immer mehr eine gewisse Regelmäßigkeit ein, von Montag bis Freitag arbeite ich, und dann bin ich ab Freitag Abend sozusagen durchgehend in Genua. Diesen Samstag muss ich zwecks Babysitting zu Hause bleiben, aber so geb ich zumindest kein Geld aus. Die beste Möglichkeit in Italien, einen netten Abend zu verbringen, ist, einen „aperitivo“ zu nehmen. Man bestellt sich einen Cocktail oder so und dann darf man sich am ungesunden Pizza-Focaccia-Pasta-Pommes Buffet bedienen, offiziel bezahlt man aber nur den Cocktail. Diesen Freitag hat Daphne uns (Paula, Mélanie und mir) noch eine wirklich interessante Südamerikanische Salsa-Bar gezeigt, die wir in Zukunft bestimmt öfter betreten werden. Man wird beim Hereinkommen erstmal schön von oben bis unten angestarrt, weil man offensichtlich nicht Schwarz oder Latinomäßig aussieht, dann aber freundlich aufgenommen. Wir haben uns mit unserem Bier an einen Tisch gesetzt und bekamen dann von Walther, dem sehr interessierten Südamerikaner auf dem Barhocker, alle möglichen Snacks auf den Tisch gestellt, die die Bar zu bieten hat. Um uns herum tanzten schwarze Frauen mit viel zu großen Brüsten mit viel zu kleinen Männern und über dem Tresen hing ein Zettel auf dem stand: Wir akzeptieren auch normale Leute.
Das interessante an dieser Woche war, dass ich mal in den Genuß eines wirklich italienischen Lebensgefühl gekommen bin: Ich bin eine bergige Landstraße mit einem Fiat 600 langgefahren. Und das drei Tage lang. Es war sehr hart, dieses Auto zu bedienen und bei Regen ist es auch nicht unbedingt dein bester Freund, aber es war mal was anderes. Das Auto gehörte einer Freundin der Familie, die mich nicht wirklich kennt, die uns aber gerne ihr Auto anvertraut hat, weil unser Passat kaputt war und Fabio den Panda nach Mailand entführt hat.
Es ist wieder ein neues Mädchen in der Stadt, die heißt Jenny und kommt, oh wie überraschend, aus Deutschland! Eva, Katharina und ich haben uns ihr angenommen und begrüßen sie herzlich im deutschen Ghetto in Genua.
Ab Morgen sind meine Eltern auch in Italien und schauen sich mal meine Welt für eine Woche an. Ich hoffe nur, dass es nicht zu viel regnen wird...
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