Willkommen!
Willkommen! Dies ist Romys Blog über ihre Erlebnisse in Rapallo und Umgebung. Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast.
Meine Gastfamilie
Laura, die Mamma
Ganz zu Anfang hat sich herausgestellt, dass Laura am selben Tag (auch im selben Jahr) wie meine Mutter geboren ist, worauf sie ganz entzückt rief: "Ich könnte deine Mutter sein!" Ich glaube sie mag mich wirklich und ich verstehe mich sehr gut mir ihr. Sie ist eine herzliche, aber auch laute Frau, mit all den typischen italienischen Handbewegungen und Geräuschen und Halblauten, wie man es sich in der besten Italo-Komödie vorstellt. Sie könnte es sich nicht vorstellen, aus Rapallo wegzuziehen, auch wenn ihr Mann fünf Tage die Woche in Mailand wohnt. Sie ist Lehrerin und fährt mit dem "motorino" zur Arbeit, was für mich eine befremdliche Information war, da ich mir sofort eine von meinen Lehrerinnen aus der Schule auf einem Moped vorgestellt habe. Sie liebt ihre Kinder über alles und hat sie auf diese typische "wirinitalienliebenunserekinder"-art verhätschelt, was mich wahnsinnig macht.
Zudem ist sie wirklich verrückt, was bügeln angeht, man muss die Sachen auf beiden Seiten bügeln und dann sorgfältig zusammenfalten und wenn es sich ein wenig bewegt, oder jemand hat das unachtsam woanders hingeworfen, wird es vor dem Anziehen noch einmal unter das Eisen gezogen.
Fabio, der Papà
Fabio, ein wenig älter als seine Frau, ist ein alteingessener Rapallo(nese ?), wie man ihn sich vorstellen kann. Bevor diese Familie hier in dieser Wohnung wohnte, wohnte Fabio schon mit seiner Mutter in der Wohnung. Jetzt wohnen die Eltern halt zwei Etagen tiefer, aber es ist so klischeebehaftet. Es ist eigenartig, Bücher zu lesen und dann wirklich 1:1 solche Verhältnisse vorzufinden, manchmal möchte man laut loslachen.
Fabio ist ein sehr stolzer Mann, stolz auf alles in diesem Land: Dabei fragt er mich ständig aus, wie es denn in Deutschland sei und ich fühle mich an einen Wettkampf erinnert, wer jetzt die schönsten und größten Pfirsiche habe, wer das beste Eis, wer den schönsten Sternenhimmel bei Nacht und wie mir denn das Meer gefalle. Es ist ja nicht so, als sei ich noch nie am Meer gewesen...
Gestern hat er bereits gekocht, es hat wirklich toll geschmeckt, also gegen seine Kochkünste und kulinarischen Vorlieben kann ich echt nichts sagen, was mich nur wahnsinnig machte, waren die ganzen verstreuten Schüsseln und Brettchen und Messer zusammen mit dem Gemüse, welches er nicht verwendet hatte und seinem Portemonnaie und Autoaschlüssel ALLES ZUSAMMEN neben der Spüle!!!!! In Sachen Ordnung kann ich hier nicht auf deutsche Verhältnisse hoffen. Aber wie es das Schicksal so will habe ich mit diesem Mann nicht viel zutun, da er unter der Woche in Mailand arbeitet und nur am Wochenende (und wenn er es schafft, Mittwochabend) nach Hause kommt und ich da meistens unterwegs bin.
Federico, 14 Jahre
Viel unterwegs, gottseidank. Zu mir ist er meistens nett, aber wenn ich versuche, ihm was zu befehlen oder ihn anschreie, weil er seinen Bruder geschlagen hat, interessiert es ihn nicht die Bohne. Außerdem gefällt mir die Art nicht, mit der er seine Eltern behandelt. Mein Sohn wäre nicht so geworden, nein.
Daniele, 10 Jahre
Der kleine Junge, für den ich eigentlich hier bin. Er ist sehr...lebensfroh, spielt und schreit gerne, am liebsten schreit er beim Spielen, spielt Basketball und Fußball draußen und gaaanz viele Computerspiele drinnen. Dani ist adoptiert, weshalb er den restlichen Familienmitgliedern nicht ähnlich sieht. In seinem Verhalten passt er aber trotzdem hervorragend in diese Familie. Leider ist er von seinen Eltern hoffnungslos verhätschelt worden, was sich in kurzen einsilbigen Befehlen in Richtung seiner Mutter oder in meine Richtung äußert: "Pirsich!, Käse" Mach! Nimm!" Er kennt es ja nicht anders, ich habe Laura gesehen, wie sie ohne auch nur mit der Wimper zu zucken alles erfüllt, was er will, was mich ein wenig an seiner Zukunft zweifeln lässt. Ansonsten ist er aber wirklich lieb und scheint auch kein Problem mit den wechselnden Aupairs in seiner Umgebung zu haben, man gewöhnt sich eben an alles. Und entgegen seiner Tischmanieren habe ich gemerkt, dass er doch sehr gerne mithilft, seinen Becher morgens bitte bitte selber wegräumen möchte und beim Putzen im Haus mit dem Wischmob und Putzmittel auf einen zuläuft und ruft:"Wie geht das?" An sich kann man wirklich viel Spaß mit ihm haben, aber wenn er einen seiner Ausraster bekommt (z.B. wenn er nicht nach draußen in den Park möchte, weil er doch ziemlich faul ist) würde ich am liebsten weinend nach Hause laufen. Nach einer halben Stunde kann aber auch wieder alles in Ordnung sein (zumindest bei ihm).
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