Ich hab heut eine Bootstour um die Halbinsel von Portofino gemacht. Ganz allein zusammen mit vielen anderen Touristen (ach halt, ich wohne ja hier). Wir starteten in Rapallo, dann gings über Santa Margherita delle Ligure und Portofino nach San Fruttuoso. Diese Stadt besteht nur auf einem kleinen Strand, einer Häuserreihe und einer Kirche. Danach steigen die Berge steil auf und es gibt kein Leben mehr. Ich habe auch keine Straße gesehen, die Stadt versteckt sich in einer Minibucht und ist anscheinend nur per Boot erreichbar. Trotzdem habe ich mich gefragt, wo die vielen Badegäste herkamen. Dadurch, dass die Tour hin und zurück zwei Stunden dauerte und ich mich ausschließlich auf dem Außendeck aufhielt um die Gischt zu spüren, hab ich jetzt natürlich einen leichten Sonnenbrand bekommen.
Dani und ich können mittlweile sogar ansehnlich Skateboard fahren, er natürlich besser als ich, aber wir sind in zwie Tagen von null auf...naja mehr als 10 jedenfalls, explodiert.
Gestern drängte sich mir ein seltsames Bild auf. Ich war in Genua, um einen Sprachtest zu machen, um nachher in den richtigen Kurs eingeordnet zu werden. Tage vorher bekam ich von meiner "Ansprechpartnerin" der Aupairpartnerorganisation hier in Italien eine Mail mit der Adresse und dem Namen der Lehrerin: Eleonora. Anbei befand sich ein Dokument mit den Namen und Emailadressen aller Aupairs in dieser Gegend. Auch mein Name war auf dem Dokument zu finden und ich traf mich mit zwei Mädels aus der Gegend. Gestern jedenfalls erzählte ich, dass ich bereits eine kennen würde und nannte ihren Namen. Daraufhin klatschte die Lehrerin in die Hände und schwärmte von der Freundlichkeit dieses Mädchens. Später erzählte sie mir, in welchem Kurs meine Vorgängerin in dieser Familie gewesen sei und wie wohl sich bisher alle Aupairs bei dieser Familie gefühlt hätten. Ich kam mir vor, als hätte ich gerade meine Zuhälterin kennengelernt. Man wird in dieses Land geschickt mit bestimmten Adressen, zu denen man gehen soll und lernt dann Menschen kennen, bei denen alle Fäden in der Hand zusammenlaufen. So gibt es immer jemanden, der über dich wacht, aber jeder weiß auch, welchen Schritt du gerade machst. Jedenfalls komme ich mir hier sehr beobachtet vor.
Das Süße an Eleonora war, dass sie bereits so viele deutsche Aupairs kennengelernt hat, dass sie ein wenig deutsch spricht. Wir unterhielten uns auf Italienisch, als eine ältere Frau bescheiden an die angelehnte Tür klopfte, da sprang Eleonora auf und rief: "Mutti!" Herzlich.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen