Als ich mit Clara und Melanie (zwei Aupairs aus der Nähe) auf dem Stadtfest von Recco gewesen bin, kauften Melanie und ich abends zwei Bahntickets nach Hause und sie stempelte es. Sie bejahte auf die Frage, ob man alle Tickets stempeln müsse (Wenn man sich hier bei Trenitalia ein stinknormales Ticket nach Genua kauft, unabhängig davon ob man es an einem Schalter oder einem Automaten erwirbt, erhält man ein Ticket, dass bei uns nur Reisende für einen ICE oder Thalys erhalten, also groß und sperrig und bereits ohne Stempel offiziel genug). Daraufhin ist mir vor ein paar Tagen aufgefallen, dass ich unschuldiges Lämmchen, wie ich es doch bin, auf meiner Reise von Mailand nach Rapallo am ersten Tag mit einem ungültigen Ticket ca 2,5 Stunden herumgefahren bin, da ungestempelt. Ich erhoffte mir doch mit meiner Abreise, meine glorreiche Karriere als Schwarzfahrer in Düsseldorf zu beenden, da hab ich ja eine fantastische Fortsetzung hinbekommen. Ab jetzt halte ich diese „Lesezeichen“ wirklich immer ehrlich unter den Stempelautomaten.
Dani und ich hatten gestern unseren ersten „intimen Moment“, wenn man ihn so nennen möchte. Der Tag verlief wie immer, morgens waren wir im Park, wo er verstecken mit anderen Kindern spielte, nach dem Mittagessen haben wir zusammen mit Laura alte Spielsachen aussortiert und alles neu eingeordnet, später verfolgten wir uns mit Plastikpistolen durch die ganze Wohnung und „erschossen“ uns mal wieder. Da dies aber Pistolen und keine Schwerter waren, gehörte eine gewisse Tonkulisse auch dazu. Ich rannte also einem mit Cowboyhut verzierten Jungen mit einer Plastikpistole hinterher und rief: Pschiiii, Pschhhh, Pffff!
Abends wurde es dann spannend, als wir einen Film gucken wollten, rückte er näher und lehnte sich an mich und hielt auch meinen Arm fest. Nach neun Tagen habe ich es also geschafft, das Vertrauen dieses Kindes zu gewinnen, ich war so glücklich. Klingt alles ein wenig komisch, aber es war schön zu sehen, dass er sich an mich gewöhnt hat. (Besonders seit ich am Montag vom Barbesitzer, der auch Eis verkauft, am Strand gefragt worden bin, wo denn die blonde Österreicherin geblieben sei. Ich antwortete nur trocken, ich sei jetzt die braunhaarige Deutsche, die Neue also.)
Am Donnerstag Abend fährt die ganze Familie nach Sardinien und kommt erst gegen Sonntag Mittag wieder, mal sehen, was für Entdeckungen ich in der Zeit auf meinen Minireisen mache. Angepeilte Ziele: Cinque Terre, Camogli, Sestri Levante
Mal sehen, was davon ich schaffen kann, habe aber gelesen, dass von Rapallo aus eine Fähre alle fünf Städte der Cinque Terre anfährt und dort hält, das wäre natürlich perfekt: Drei Stunden hin, drei Stunden zurück: Boot fahren! Irgendwie ist diese Art von Fortbewegung mein Puffer für die verlorenen Fahrradstunden. Leider ein wenig kostpieliges Hobby...Aber bald ist ja Winter.
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