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Montag, 6. September 2010

Fußball, Fußball

Heut im Hafen gespielt, wo wir ganz viele hübsche Autos mit unserem Ball "berührt" haben. Später ist der Ball auf dem Dach eines Karussels gelandet und Daniele musste Spiderman spielen.

Daniele, Laura und ich waren auch heute am Meer: Es hat so gut getan, im Wasser herumzuschwimmen und dann am Strand einzuschlafen (mein erster Mittagsschlaf seit langem). Wenn ich überlege, was für ein Klima ich noch in Deutschland mitbekommen musste, grenzt das hier wirklich an Urlaub. Später musste ich mich aber mit einem beleidigten Kind rumschlagen, weil ich beim Tischfußball gewonnen hatte. Die Sorgen des Leben :DDD
Und ich hatte meine erste italienische Fahrstunde. Hätte fast zwei Fußgänger auf einem Zebrastreifen überfahren, aber mit so einem motorino links und einem rechts neben sich fühlt man sich doch schon fast wie der Papst, wenn er auf Reisen ist, oder?

Gestern bin ich mit meiner Familie in die Kirche gegangen, danach gabs ein Abendessen im Garten der Kirche im Stehen und eine Gesprächsrunde, in der Leute von ihren Erfahrungen des Sommers berichtet haben. Diese waren auf Pilgerschaft in Polen, Russland und Bosnien gewesen. Es war interessant, zu sehen, wie aus diesen gebildeten Menschen des 21. Jahrhunderts auf einmal liebende Christusanhänger wurden, die offen im Raum aussprachen, dass sie in die katholische Kirche verliebt seien. Aus Deutschland kenne ich sowas ja nicht mehr, aber diese Gemeinde lebte wirklich. Eine Familie beherbergt behinderte Kinder in ihrem Haus. Es war wie in einem Film, alle kannten sich und haben sich geküsst und geherzt und dann haben wir Lieder gesungen und zwischendurch erzählte einer von seinen Erfahrungen. Ich war mittendrin und genoss das Spektakel. Habe viele nette Menschen getroffen, die sich alle gefreut haben, dass ich aus Deutschland komme. Als wir über Politik redeten, eröffneten sie mir, dass alle im Ausland, so eben auch die Italiener, Deutschland als "das Licht Europas" sehen, als einziges Land, welches noch in Ordnung ist und uns alle aus der Krise führen kann. Sehr interessant...
Das Beste an diesem Kirchenbesuch (zu Hause war ich Ostern das letzte mal in der Kirche) war, dass ich mich auf einmal doch sehr heimisch gefühlt habe, da ich wirklich fast jedem vorgestellt wurde und plötzlich war ich ein Teil von ihnen. Gut, dass dieser Moment so schnell kam, der heutige Tag verlief viel leichter als die des Wochenendes. Jetzt weiß ich, dass es möglich ist, neun Monate bei einer fremden Familie zu verbringen und sich dort einzuleben.
Irgendwie bin also auch ich durch Christi Hilfe an mein persönliches Heil gekommen. ;D

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