Willkommen!

Willkommen! Dies ist Romys Blog über ihre Erlebnisse in Rapallo und Umgebung. Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast.



Freitag, 25. März 2011

Toscana

Hab schon lange nicht mehr geschrieben, mir war nach Rom irgendwie nicht danach...
Habe mittlerweile auch wieder meinen nächsten Kurzurlaub hinter mir: Bin letztes Wochenende mit Paula in die Toskana gefahren und habe dort ne kleine Tour gemacht. Angefangen haben wir Freitagabend in Pisa, wo wir bei Paulas Exfreund Vincenzo Unterschlupf gefunden haben. Mit dem und nem anderen Freund von ihm, Stefano, waren wir die halbe Nacht in Pisa feiern und haben dabei zu viert Paulas Dankeschön für das uns angebotene Bett, eine Flasche polnischen Wodka, großzügig unter uns verteilt. Gegen vier Uhr morgens haben wir dann einen Sightseeing-Spaziergang zum schiefen Turm unternommen, bei dem mich eine Frau im Carabinieri-Auto (eine weibliche carabiniere?) rufend darauf aufmerksam machte, mich nicht weiter dem Turm zu nähern, da die Piazza geschlossen sei. Mittags gegen zwölf haben wir uns dann mit dröhnendem Kopf auf dem Weg zum Bahnhof gemacht, um nach Florenz weiterzufahren. Pisa kannten wir beide schon, doch in Florenz war ich noch nie gewesen. Paula machte mir den Touristguide, was leider durch Regen am Nachmittag etwas erschwert wurde, uns dafür aber am Abend aufgrund des dunkelblau-grau melierten Himmels wunderbare Fotos einbrachte. Florenz, das mich in seiner Schönheit jetzt nicht wirklich umgehauen hatte, erschien mir aber doch als sympathische Stadt mit Sinn für Ästhetik und auf irgendeine wundersame Weise fühlte ich mich ziemlich heimisch. Später habe ich dann erklärt, falls es mit meinem Leben in Deutschland auf mysteriöse Weise nicht klappen sollte, würde ich nach Florenz ziehen und dort mein weiteres Leben verbringen. Nach ein paar Stunden Stadtspaziergang, verschiedener Stücke Pizza und Joghurt im Hotelzimmer zu einem Eddy-Murphy-Film begrüßten wir dann gegen elf am Bahnhof Stefano und seine ca 40 betrunkene Erasmus-Studenten aus Pisa, die sich zum feiern mit dem discotreno (Discozug für umsonst jeden Monat einmal von Pisa nach Florenz. Da drin wird in zwei Stunden wahrscheinlich genauso viel getrunken wie auf der gesamten Bolkerstraße in Düsseldorf) in die nächste coole Disco aufgemacht haben. Vorher wurde aber noch fleißig am Bahnhof herumgelungert und schwupps, hatten auch Paula und ich wieder was zum Trinken in der Hand. Mit in die Disco sind wir dann aber nicht, denn wir hatten ja noch Pläne für den nächsten Tag: Siena! Nach einer anstrengenden Nacht, in der wir von sms von Stefano bombadiert worden und irgendwann auch noch ein Mädchen im Nachbarzimmer unseres B&B anfing lustvoll zu stöhnen, dies aber komischerweise nach vier Ansätzen auch schon wieder vorbeiwar, gaben wir mit einiger Verspätung abweichend der CheckOut-Zeit unseren Zimmerschlüssel ab, was aber eh niemanden zu kümmern schien. Dann schnell schnell, auf in den Zug, Siena, die Stadt, die noch keiner von uns gesehen hatte, die romantische Stadt der Toskana, mit den braunen Häusern und den Bergen und den Dächern (Ich hatte einige Wochen zuvor James Bond – A Quantum of Solace geguckt und versprach mir viel) und wir steigen aus dem Zug und wir gehen aus dem Bahnhof und was sehen wir: Ein Einkaufszentrum. Verwirrung ist nicht das richtige Wort, ein langes: Häääääää? schon eher. Vom Erdgeschoss fuhren wir in den Keller und warteten auf einen Bus in einer Umgebung, die wie der Liefereingang einer Uni-Mensa (wieso habe ich in diesem Moment so viel an Bochum gedacht?) aussah. Aber als wir endlich im Zentrum angekommen waren, entlohnte uns das, was wir dort sahen über alle Maßen. Eine Stadt, wie aus dem Bilderbuch, ruhig, touristisch, aber nicht superfluo, keine schwarzen oder indischen Weißnichtwas-Verkäufer, die dich nerven (wie in Genua), Sonne, piazza, liegen, sich freuen, dass man in Italien ist. Sonst gabs nicht viel zu machen, aber das liegen auf der wie ein Krater gewölbten Piazza hat Spaß gemacht. Aber da es ja leider schon Sonntag war und wir unsere ganzen zehntausend Anschlusszüge bekommen mussten, brachen wir zeitig auf.
Ernüchterung machte sich breit, als wir wieder in Ligurien ankamen. Dieser Teil Italiens mit seiner Hauptstadt Genua an der Spitze ist auf eine erschreckende Art meistens so unitalienisch, dass es einem wirklich nach Haare raufen zumute ist. Ich habe mich vorher immer gefragt, warum so viele Leute immer von dieser blöden Toskana schwärmen, aber sie ist wirklich etwas besonderes.
Noch ein Unterschied zwischen unseren Gastmüttern und ein Beweis dafür, wie viel Glück ich gehabt habe:
Paula: Unser Trip in die Toskana war wirklich schön.
Gastmutter: Wenn du willst, darfst du einmal im Monat immer mal ein ganzes Wochenende wegfahren, dann musst du aber am Sonntag arbeiten, um das wieder aufzuholen
Romy: (Donnerstag war Feiertag in Italien und Samstag wollten wir in die Toskana) Darf ich vllt schon Donnerstag fahren und Freitag frei bekommen?
Gastmutter: Ne tut mir leid, das geht leider nicht, ich brauch dich, um Dani von der Schule abzuholen, sonst ist niemand zu Hause.
(ein anderer Tag)
Romy: Wir fahren schon Freitagabend in Urlaub und machen einen Stop in Pisa.
Gastmutter: Oooh das freut mich, geh nur mein Kind, ich freue mich, dass ihr schon Abends fahrt, ich konnte dir ja leider nicht den ganzen Tag frei geben, aber so nehmt ihr euch mehr Zeit, das find ich schön.

C'est la vie...

Keine Kommentare: