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Dienstag, 18. Januar 2011

ritornata

Da bin ich also wieder. Ich bin damals sicher und höchst erfreut (der Flug hatte natürlich ein wenig Verspätung und beim Warten haben sich viele Passagiere meines Fluges natürlich kennengelernt und angefangen zu quatschen, war ja klar, dass ich da auch mitmache) zu Hause angekommen, habe 17 wunderschöne Tage verbracht (alles so ein wenig wie in der Zwischenabizeit. Man ist zu Hause, man hat aber nichts zu tun, also macht man nur Dinge, die Spaß machen: Einkaufen, schlafen, kochen, Freunde treffen, essen, …) und bin dann mit einem überpünktlichen Lufhansaflug am 10. Januar wieder in Mailand angekommen. Die Nacht zuvor bin ich krank geworden, hatte nachts im Bett einen Schüttelfrostanfall und bin mit Fieber und ziemlichem Husten und den daraus resultierenden Kopfschmerzen aufgewacht. Das Herkommen fiel mir deswegen noch schwerer als normal, aber ich bin niemand, der seinen Flug verschiebt.
Ich wurde herzlich aufgenommen, was jetzt nicht nur so dahingesagt ist, mir war's ja eigentlich total egal, was mich erwartet, weil nichts so schön sein konnte, wie mein zu Hause, aber ich war positiv überrascht von der Freude, die vor allem Dani mir gegenüber äußerte. Er war sehr bestürzt darüber, dass ich krank sei. Laura ließ mir dann auch gottseidank die Zeit, mich auszukurieren und erledigte Dienstag alles, was ich hätte normalerweise tun sollen für mich. Ich lag einfach nur da und gammelte vor mich hin. Jetzt bin ich wieder gesund und kann auch schon wieder auf eine ereignisreiche Woche zurückblicken. Es war natürlich schwer, die ersten Tage, denn, einmal zu Hause angekommen, war alles irgendwie wie früher und vor allem so schön und dann schon wieder wegzufahren, wohl wissen, was einen erwartet, machte mir die ersten Tage ganz schön zu schaffen. Das Schöne ist, die Schule hat wieder angefangen und wir sehen uns einem strammen Programm gegenüber auf das ich schon richtig heiß bin. Am Samstag war ich schon fast so weit, wieder alles zu akzeptieren und schön zu finden, als es wieder passierte. Ein Bruch. Ein paar böse Stunden. Die Jungs und ich waren alleine zu Hause, um drei sollten sie zum Katechismus gehen. Sie sollten gemeinsam runter und hinter der nächsten Häuserecke von befreundeten Eltern hingefahren werden. Ich saß in meinem Zimmer wie auf glühenden Kohlen, denn Dani und Chicco waren gemeinsam in ihrem Zimmer und das letzte Mal, dass wir so eine Situation hatten, ist sie richtig in die Hose gegangen. So holte ich mir Anschisse von Federico ab, warum ich ständig gucken würde und immer bei denen im Zimmer stehen würde. Später, als sie gehen wollten, fand er nicht die geeigneten Klamotten, die er anziehen wollte und lief wie ein Bekloppter durch die Wohnung, obwohl die Zeit mehr als reif zum runtergehen war. Zwischendurch machte er einen auf Erwachsenen und schrie Dani wegen diverser Dinge an. Ich schnauzte zurück, weil mir das alles natürlich auch nicht passte und alles endete damit, dass wir uns so dermaßen anmachten, dass Chicco (nachdem er bereits wegen Löchern in seinen Schuhen nochmal hochkommen musste, was eine neue Diskussion auslöste) ohne ein Wort zu sagen, die Tür hinter sich zuknallend aus dem Haus rauschte. Ich war völlig fertig und wünschte mir mein ruhiges Heim und mein ruhiges Leben zurück und verfluchte diesen Jungen dafür, wie sehr ich ihn nicht mochte. Nach zwei Stunden apathischem neben meinem Bett rumflennen rappelte ich mich zu ein wenig Arbeit auf, als ich auf einmal eine sms bekam. Chicco schrieb mir: „Romina scusa!“
Wow!
Es war unfassbar für mich, weil...also ich wusste, dass er seiner Mutter so sms schreibt, wenn sie sich streiten oder so und er dann aus dem Haus ist und ein schlechtes Gewissen bekommt, aber ich hätte einfach nie im Leben gedacht, wichtig genug in seinem Kopf zu sein, um sich so eine sms zu verdienen. Das war eindeutig ein Sympathiebeweis! Voll krass. Seitdem gehen wir richtig freundlich miteinander um, und alles läuft viel besser. Sehr hilfreich in meiner Ich-muss-mich-wieder-an-Italien-gewöhnen-und-nicht-alles-scheiße-finden-Phase. Ich bin immer noch fasziniert von dieser Geste.

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