Unser Konversationskurs ist ein Schicksalsentscheider! Letzte Woche sprachen wir über die Leidenschaft aller Italiener, den Fußball, und benannten dabei auch das Problem der Hooligans und der Gewalt, die immer mehr Thema des aktuellen Fußballs werden. Kurze Zeit später nehmen serbische Fans bei der EM-Quali in Genua das Stadion auseinander und das in einer Art, dass sogar das ganze Spiel nicht stattgefunden hat. Diesen Freitag sprachen wir über das Verhältnis zwischen den Italienern und schlechtem Wetter, insbesondere Regen, und puff!, fängt es Samstag an zu regnen, nachdem wir die ganze Woche über die Sonne genossen haben. Vielleicht ist Eleonora eine Hexe...
Dieses Wochenende war auch für mich relativ arbeitslos verlaufen. Freitag nach der Schule sind Laura und Dani zum Kieferorthopäden gefahren, der Dani jetzt eine Zahnklammer verpasst hat (endlich putzt er sich dann auch die Zähne mal besser und öfter), so dass ich Zeit hatte, mit Jana zu telefonieren, was auch langsam echt mal fällig war. Ist wohl meine Schuld, ich schaff es einfach nicht, mich jetzt hinter die Vodafone-Leute zu hängen und mein Internet mal klarzumachen und bin irgendwie auch ständig am schlafen oder unterwegs. Aber ich versuche mich zu bessern!
Den ganzen Abend war dann niemand zu Hause und als sie dann kamen, gab es gleich Abendessen, sprich, der Tag endete danach für mich.
Samstag hab ich dann wieder frei bekommen, weil ich nicht gebraucht wurde. Ich hab mir mal die Zeit genommen, fast eine Stunde an meiner Scheibe Brot und meiner Portion Joghurt mit Früchten herumzukauen, um dann ganz bequem den Zug nach Genua zu nehmen. Freitag Abend habe ich von Isa erfahren, dass unser geplanter Südtirol-Trip leider ausfallen muss, weswegen ich dann überraschend Samstag Abend (an dem ich eigentlich schlafen wollte) und Sonntag für andere Dinge zur Verfügung hatte. In Genua habe ich es sogar geschafft, eine Tischreservierung, die eigentlich nur Eva und Katharina berücksichtigte auf mich zu erweitern, so dass wir gemeinsam zu Abend gegessen haben. Habe den Nachmittag Straßen und Ecken erkundet, die ich in Genua noch nicht kannte und war mit Eva und dem Hund ihrer Familie aus. Abends (es regnete bereits fast den ganzen Tag) genossen wir eine herrliche Pizza in einem der am besten besuchten Restaurants Genuas. Wir saßen draußen, weswegen wir die Schlange vor der Tür und die herumlaufenden Rosenverkäufer bestens im Blick hatten. Dort hab ich auch mal wieder gesehen, was es heißt, ein „typischer Genovese“ zu sein: Der Rosenverkäufer hielt seine Rose über die halbhohen Raumteiler, um sie den Paaren an den Tischen anzupreisen. Ein Mann war so sehr davon genervt, dass ihm diese Rose so nah vorgehalten wurde, dass er sie sich nahm, sie in der Mitte zerbrach und sie dem Typen zurückgab. Genervt sein hin oder her, man zerstört nicht das Eigentum dieses Mannes, der muss auch Geld dafür bekommen.
Danach waren wir noch Eis essen und Bier trinken und genossen den Samstagabend in Genua, mit Regen. Diese Stadt ist aber einfach zu windig, Evas und mein Regenschirm sind jetzt Halbinvaliden, weil sie den Voraussetzungen einfach nicht gewachsen waren. Aber wir hatten so viel zu lachen und so viel zu erzählen, dass uns nichts stören konnte.
Sonntag war ich mit Eva bei IKEA! Laura war ganz schockiert davon und ich glaub jeder Italiener wäre es auch, dass wir uns ca. eine Stunde vom Zentrum aus auf den Weg „nach außerhalb“ gemacht haben, und das auch noch ohne Auto! Aber es hat sich sooo sehr gelohnt. Man hat sich einfach wie zu Hause gefühlt mit all' den schwedischen Namen. Die Anordnung der Ausstellungsstücke ist auch die gleiche, so dass man sich wirklich wie im IKEA in Düsseldorf fühlt. Oder in Stuttgart. Wir mussten alles anfassen und uns über alles freuen und uns auf die Betten legen und aaah...es war wie im Paradies. Eine babyblaue/schlüpferblaue Kuscheldecke musste dann auch noch erworben werden, damit wir auch nachts im Bett von Ikea träumen können. Und wieder ein Eis bei unserer Liebslingseisdiele in der Altstadt von Genua! Ein rundes und gelungenes Wochenende.
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